Kooperationsverbund „Demokratiebildung im Kindesalter“: Frühe Demokratiebildung politisch verbindlich stärken

Der Kooperationsverbund “Demokratiebildung im Kindesalter” (KV DeKi) appelliert an die neue Kinder-Beauftragte der Bundesregierung, frühe Demokratiebildung politisch verbindlich zu stärken. Denn die Fachkräfte in Kitas, Schule, Horten und in außerschulischen Einrichtungen erleben im Alltag wachsende Unsicherheiten, fehlende strukturelle Unterstützung und ein steigendes Bedürfnis nach Orientierung im Umgang mit demokratiefeindlichen Tendenzen. Dabei haben Kinder ein Recht auf Mitbestimmung und Schutz vor Diskriminierung, zugleich ist der Bedarf an guter Demokratiebildung sowohl in Bildungseinrichtungen als auch in Familien hoch. Die Praxis zeigt, dass Kinder demokratische Erfahrungen vor allem dann sammeln können, wenn Erwachsene eine partizipative Haltung zeigen, qualifiziert und reflektiert arbeiten und Einrichtungen strukturell hinreichende Rahmenbedingungen erhalten.

Der KV DeKi hat diese Bedarfe im Rahmen eines partizipativen Prozesses systematisch erhoben – unter anderem bei einer großen Auftaktveranstaltung im letzten Monat unter Beteiligung von Fachpraxis, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Die Botschaft ist dabei eindeutig: Es braucht verbindliche politische Unterstützung, ausreichend Ressourcen, einschlägig qualifizierte Fachkräfte und Strukturen, die eine frühe Beteiligung von Kindern tatsächlich ermöglichen. Gute Demokratiebildung gelingt nur mit verlässlicher langfristiger Förderung, diskriminierungskritischer Haltung und klaren Qualitätsstandards.

Der Kooperationsverbund sieht daher frühkindliche Demokratiebildung als zentrale Voraussetzung für eine starke demokratische Gesellschaft. Im Jahr 2026 wird der Verbund seine umfassende Bedarfserhebung fortsetzen: Die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung, eine begleitende Online-Befragung sowie die Erfahrungen der sechs Partnerorganisationen fließen in die Entwicklung einer bundeszentralen Infrastruktur im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ mit ein. Gleichzeitig wird der KV DeKi seine Vernetzung im Themenfeld ausweiten, seine Kommunikationsstrategie weiterentwickeln und die Beteiligung unterschiedlicher Zielgruppen stärken. Damit schafft der Verbund die Grundlage für nachhaltige Strukturen, die Demokratiebildung im Kindesalter bundesweit voranbringen sollen.

Hauptzielgruppen des Kooperationsverbundes sind Kinder im Alter bis zu 14 Jahren, Eltern und Familienangehörige, pädagogische Fachkräfte in Kita, Hort, Ganztag, Schule und in außerschulischen Einrichtungen, Leitungen von Bildungseinrichtungen, Weiterbildungsinstitute und Fachverbände sowie Verwaltungen und Kommunen. Gefördert ist der Kooperationsverbund Demokratiebildung im Kindesalter im Rahmen des Bundesprogrammes “Demokratie leben!”.

Neben dem Deutschen Kinderhilfswerk, bei dem die Koordinierungsstelle für den Kooperationsverbund “Demokratiebildung im Kindesalter” (KV DeKi) angesiedelt ist, sind fünf weitere bundesweit agierende Träger in dem Verbund tätig: die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. (DeGeDe), die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), das Institut Kinderwelten für diskriminierungskritische Bildung e.V. (IKW), das Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. (NDC) und Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage/Aktion Courage e.V.